Haus & Grund Bonn/Rhein-Sieg lehnt "Generalverdacht" bei der Überprüfung privater Abwasserleitungen ab (24.10.2013)

Bonn/Rhein-Sieg - Auch wenn Haus & Grund Bonn/Rhein-Sieg die umweltpolitischen Ziele der neuen Verordnung über die Zustands- und Funktionsfähigkeit privater Abwasserleitungen in Wasserschutzgebieten ausdrücklich unterstützt, so kritisiert die Eigentümerschutzgemeinschaft die darin festgelegten Methoden und Maßnahmen als eigentümerfeindlich. Die Verordnung stelle Hauseigentümer in Wasserschutzgebieten unter Generalverdacht, indem unterstellt werde, alle Abwasserleitungen seien undicht, solange nicht der Nachweis der Dichtheit erbracht worden ist, betonte Geschäftsführer Markus Gelderblom. Die Beweislast für das einwandfreie Funktionieren privater Abwasserleitungen werde damit umgedreht, die nicht unerheblichen Kosten der Prüfung müssten die Eigentümer tragen, auch wenn die Abwasseranlage einwandfrei funktioniere.

Haus & Grund befürchtet, dass die vom Verordnungsgeber verlangten Nachweise erhebliche Auswirkungen auf eine große Zahl von Gebäuden in Bonn und im Kreisgebiet mit enormen wirtschaftlichen Folgen hätten. Markus Gelderblom verweist darauf, dass in Bonn die Stadtteile Geislar, Schwarz Rheindorf, Teile von Vilich Müldorf, Dransdorf, Tannenbusch und Buschdorf betroffen seien. Auch im Rhein-Sieg-Kreis gibt es derzeit neun Wasserschutzgebiete: Das Umfeld der Wahnbach- und der Naafbachtalsperre im Nordosten des Kreisgebietes, der Hennefer Siegbogen, Sankt Augustin-Meindorf, Troisdorf-Eschmar, Niederkassel sowie der Langeler Bogen zwischen Niederkassel-Lülsdorf und Köln-Porz-Langel. Hinzu kommen zwei weitere Schutzzonen in Alfter-Heidgen sowie im Bereich Wesseling-Urfeld mit Ausläufern in den Rhein-Sieg-Kreis. Schließlich wurde vor Kurzem im Bad Honnefer Süden im Stadtteil Lohfeld ein Wasserschutzgebiet ausgewiesen. Insgesamt dürften damit in ganz Nordrhein-Westfalen weit mehr als 100.000 Objekte betroffen sein, deren Zahl sich auch noch erhöhen wird, da im Kreisgebiet noch drei weitere Gebiete  zu Wasserschutzgebieten erklärt werden sollen: In Königswinter-Thomasberg, Swisttal-Ludendorf und Erftstadt-Dimerzheim.

Außerdem erwartet Haus & Grund, dass Bonn und die Kreisgemeinden der in der Verordnung ausdrücklich eröffneten Möglichkeit nicht folgen, per  lokaler Satzung und damit durch die Hintertür doch noch die bereits vor einigen Jahren massiv abgelehnte allgemeine Pflicht für die Dichtheitsprüfung aller Kanäle auch außerhalb von Wasserschutzgebieten wieder einzuführen.  Geschäftsführer Gelderblom: „Selbstverständlich müssen undichte Abwasserleitungen überall und nicht nur in Wasserschutzgebieten sofort saniert werden. Dafür trägt der Gebäudeeigentümer regelmäßig Verantwortung und Kosten. Eine Prüfpflicht sollte aber erst bei einem konkreten Verdacht bestehen. Der völlig unangemessene Generalverdacht muss weg!“

Verantwortlich und Nachfragen: Markus Gelderblom, Geschäftsführer von Haus & Grund Bonn/Rhein-Sieg, Tel. 0228/96 92 670.