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Lärmbeschwerden: Haus & Grund gegen Diktatur der Spießer - (18.11.2013)

Prof. Hans-Rudolf Sangenstedt: „Wir wählen Kommunalpolitiker, um politische Ziele notfalls auch gegen Widerstände durchzusetzen

Bonn – Gegen eine Diktatur der Spießer, die sich über angeblichen Lärmterror bei Veranstaltungen beschweren und damit die Bonner Open-Air-Szene massiv gefährden, hat sich der Vorsitzende von Haus & Grund Bonn/Rhein-Sieg, Prof. Hans-Rudolf Sangenstedt gewandt. In seinem neuesten Editorial (Haus & Grund Aktuell, November 2013) forderte er den Rat auf, Planungssicherheit für Veranstaltungsevents zu schaffen, wichtige politische Ziele auch notfalls gegen Widerstände durchzusetzen und zu verhindern, dass Bonn Kleinkleckersdorf werde. Haus & Grund unterstützt damit eine Position der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg, dass zu einer Stadt mit weichen Wirtschaftsfaktoren auch ein attraktives Veranstaltungsangebot gehöre.

Die Posse um die Partyschiffe vor einigen Wochen sei ein treffendes Beispiel gewesen, was sich nicht wiederholen dürfe. Beschwere sich heute jemand über Lärm, ständen Kommunalpolitiker erst einmal stramm, vor allem örtliche Stadtverordnete der CDU. Sangenstedt: „Ich wünsche mir, ähnliches Engagement würde auch an den Tag gelegt, wenn es um die Attraktivität von Veranstaltungen und Events geht". Lärmbeschwerden über Veranstaltungen erzeugen erkennbar eine hohes politisches Reaktionsbedürfnis. Vergleichbare Aufregung sei nicht erkennbar, wenn es um dauerhaften Lärm z.B. an der Bahntrasse oder an der Reuterstraße gehe. Dort litten die Betroffenen z.T. rund um die Uhr unter dem Radau, ohne dass die Kommunalpolitiker seit vielen Jahren Entscheides geändert hätten. Bei Veranstaltungslärm sei man umso aktiver.

Die Stadt müsse endlich ihre Hausaufgaben machen. Bevor man begeistert kommentierte Umzüge, z.B. vom Museumsplatz in die Gronau, feiere, müsse entsprechendes Planungsrecht geschaffen werden, in dem auch die Geräuschkulisse zu bewerten ist. Wer dies versäume, dürfe sich nicht wundern, wenn einzelne sich auf geltendes, aber nicht mehr passendes Recht beriefen. Berechtigte Kritik sei zu akzeptieren, überzogene Widerstände der örtlichen Wohnbevölkerung aber müssten überwunden werden. Das gilt vor allem für Bewohner der Citylagen. Prof. Sangenstedt: „Überhaupt kein Verständnis habe ich dafür, wenn es eine solche Diskussion bei Veranstaltungen auf unseren zentralen Plätzen, also auf Münsterplatz oder Markt, gibt. Das sind unsere öffentlichen Wohnzimmer. Hier stellt sich die Stadt dar. Wer hier lebt, muss das aushalten können".

Verantwortlich:
Prof. Dr. Sangenstedt
-Vorsitzender-
Haus & Grund Bonn/Rhein-Sieg e.V.

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