Haus & Grund unterstützt Raetz-Forderungen zur Verkehrsplanung - Zukunftsweisendes Verkehrskonzept für die Bonn-Region gefordert: Planungsideologische Blockaden müssen aufgebrochen werden – Streit zwischen Stadt und Kreis beilegen – Weitere Rheinbrücke auf Dauer unverzichtbar (19.03.2014)

Rhein-Sieg-Kreis – Die Forderungen des Rheinbacher Bürgermeisters Stefan Raetz im GA-Interview zur regionalen Verkehrsplanung werden von Haus & Grund Bonn/Rhein-Sieg in allen Grundzügen unterstützt. Die Eigentümerschutzgemeinschaft teilt die Sorgen des Sprechers der Rhein-Sieg-Bürgermeister und steht hinter seinen Überlegungen.
Nach Auffassung von Haus & Grund ist ein zukunftsweisendes Verkehrskonzept für die ganze Region überfällig. Voraussetzung sei, planungsideologische Blockaden aufzubrechen, den Streit zwischen Stadt und Kreis in dieser Frage beizulegen. Ohne eine weitere Rheinbrücke seien die aktuellen Verkehrsprobleme nicht lösbar. Hauptgeschäftsführer Helmut Hergarten: „Was unser Beiratsmitglied Stefan Raetz für richtig hält, muss jetzt endlich einmal in die Tat umgesetzt werden. Es reicht nicht mehr aus, Standpunkte zu verteidigen".
Kurzfristig gehe es darum, die drohende Verkehrskatastrophe durch die Sanierung der Nordbrücke zu vermeiden. Die aktuelle Stausituation durch Baumaßnahmen auf der Südbrücke bildet nur ein Vorgeschmack auf den Dauerstau, den die Sanierung der Nordbrücke der Region monatelang bescheren wird. Haus & Grund Bonn/Rhein-Sieg fordert daher Stadt-, Landes- und Bundespolitiker erneut auf, den Druck auf den Landesbetrieb Straßen und auf die NRW-Polizei zu erhöhen, die vierstreifige Verkehrsführung während der Bauzeit zu garantieren. Es sei Aufgabe der Landesregierung und ihrer Institutionen, Lösungen zu präsentieren, damit das Leben an Autobahnbaustellen nicht zum Erliegen kommt.
Eine wirksame Akut-Therapie für das Nadelöhr Nordbrücke sei noch nicht gefunden, bringe langfristig auch keine nachhaltigen Entlastungen. Ebenso wichtig sei es, im Großraum Bonn/Rhein-Sieg ein neues, leistungsstarkes und modernes Verkehrsnetz zu entwickeln. Die Offenheit der jetzigen Bundesregierung für den Ennertaufstieg müsse genutzt und dürfe nicht wie so oft in der Vergangenheit wieder vertan werden. Haus & Grund erwartet, dass Bonn, der Rhein-Sieg-Kreis und die vom Verkehrsnetz betroffenen Städte und Gemeinden, aber auch das Land NRW in dieser Frage endlich einmal an einem Strang ziehen. „Der jahrelange Streit hat nichts anderes produziert als verstopfte Straßen, die für den Wirtschafts- und Wohnungsstandort nur Nachteile bringt und hohe Kosten verursacht", so Vorsitzender Prof. Hans-Rudolf Sangenstedt.
Das anhaltende Einwohnerwachstum in der Region führt seit Jahren zur stärkeren Motorisierung. Nun räche sich, dass die Verantwortlichen dem Verkehrswachstum meist nur zugeschaut haben, als würden sich die Probleme von selbst lösen. Die von Haus & Grund geforderte zukunftsfähige Verkehrsplanung erfordere von allen Beteiligten eine hohe Sensibilität für die mit neuen Straßen verbundenen Belange. Mit dem Bau eines Tunnels (Ennertaufstieg) allein sei es nicht getan. Die Südbrücke, bereits jetzt überlastet, bleibe auch dann ein Nadelöhr, wenn die A 3 durch eine leistungsfähige Straße an Bonn angeschlossen werde. „Es kann nicht das Ziel sein, den Stau dann in den Tunnel zu stellen", sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Hergarten. Daher sei z.B. eine weitere Rheinbrücke zwischen Köln und Bonn auf Dauer unverzichtbar, um die vorhandenen Autobahnen auch außerhalb hochverdichteter städtischer Zonen miteinander zu verbinden. Auch bei der Entwicklung neuer Wohnbaugebiete müssten Stadtplaner die Mobilitätsfolgen beachten. Dazu gehöre auch das Angebot eines leistungsstarken öffentlichen Nahverkehrs. Ein neues Verkehrskonzept biete die Chance, so zu planen und zu bauen, dass Wohngebiete nicht dem Verkehrslärm ausgesetzt sind und Umweltschutzmaßnahmen für Siebengebirge und Rheintal von vornherein ausreichend mit geplant und mit finanziert werden können.


Verantwortlich:
Helmut Hergarten, Hauptgeschäftsführer
Haus & Grund Bonn/Rhein-Sieg e.V.