Haus & Grund kritisiert Experiment mit dem City-Ring – „Wir sind auf dem absteigendem Ast“ (10.07.2019)

Haus & Grund Bonn/Rhein-Sieg hat die von der Stadt Bonn geplanten Veränderungen am fast 50 Jahre alten City-Ring kritisiert. Die Erreichbarkeit der Bonner Innenstadt mit dem Auto komme viel zu kurz. Das Zentrum brauche keine Experimente mit der Folge, dass kaum einer noch mit dem Auto Richtung City fährt. Es stecke, wie auch Rat und Verwaltung bekannt, bereits heute in einer großen Krise. Für H&G-Vorsitzender Dirk Vianden steht auch im Vergleich mit anderen Einkaufszentren rund um Bonn bis Köln fest: „Wir sind auf dem absteigenden Ast“. Am City-Ring, so Vianden, habe man herumgedoktert und wesentliche Alternativen – Fußgänger und Radfahrer über die Hofgartenseite der Universität zu führen – nicht geprüft.

Die Testphase, so wie sie ab dem 1. September laufen soll, mache nur unter realistischen Bedingungen Sinn. Die sind in der City derzeit nicht vorhanden: Mit Bahnhofsvorplatz, Rabinstraße, Viktoriabrücke gibt es Großprojekte, die nicht abgeschlossen sind. In dieser Situation könne es keinen "Test in Echtzeit" geben, sondern leistet dem Stau Gau nur Vorschub.

Die Ableitung des City-Ringes in kleine Wohnstraßen mache alle automobilen Verkehrsteilnehmer, aber auch die Anlieger zu "Versuchskaninchen". Das Ziel, der Kaiserstraße die Bypass-Funktion für die Adenauerallee zurückzugeben und als solche zu erhalten, werde nur halbherzig verfolgt, wenn die Erreichbarkeit der City nur durch Nasse- und Lennéstraße erfolgen soll. Die Folgen einer verfehlten City-Politik sei in der Innenstadt zu besichtigen, inhabergeführte Geschäfte machten zu, Kettenläden und Systemgastronomie beherrschen das Straßenbild. Dirk Vianden: „Die Zeit politischer Nackenschläge für die Innenstadt muss zu Ende sein“, den Geschäftsleuten und Hauseigentümern dürfen keine weiteren Knüppel zwischen die Beine geworfen werden. Vianden berichtete von einem Hauseigentümer, der ein Ladenlokal im Zentrum vermieten wollte. Zwei Interessierte wollten dort ein Geschäft betreiben, 58 planten einen Imbiss.

Wie andere Bonner Wirtschaftsverbände ist die Gemeinschaft der Haus- und Wohnungseigentümer überzeugt, es sei ein Traum zu glauben, Menschen von Nah und Fern würden künftig ihre Einkäufe "per Pedes, Pedale, Busse oder Bahn" erledigen. Wer mit dem Wagen nicht mehr in die Innenstadt komme, der fährt direkt auf die grüne Wiese. Es sei zu begrüßen, wenn Fußgänger und Radfahrer leichter in die Stadt kämen. Dies dürfe nicht durch einen zu hohen Preis erkauft werden.

In seiner Erklärung wies Vianden auf das hin, was Bonn im Straßenverkehr noch zu erwarten habe, wenn am Tausendfüßler, auf der Reuterstraße und auf der Nordbrücke saniert werde, eine Fortsetzung des Stau-Gau über viele Jahre.


Verantwortlich:
Helmut Hergarten,
Hauptgeschäftsführer
Haus & Grund Bonn/Rhein-Sieg
Oxfordstr. 2, 53111 Bonn